Geschichte

Vorgeschichte

Irgendwann im 18. Jahrhundert existierte irgendwo im Zürcher Oberland eine Brauerei. Geführt wurde diese Brauerei von Albert Wettstein, Brauereidirektor. Was für Bier in dieser Brauerei hergestellt wurde und ob es sich bei den Gründern um meine Vorfahren handelt ist mir leider nicht bekannt. Was ich aber sicher geerbt habe ist die Freude am Bier.
Vor ziemlich genau 30 Jahren erzählte mir ein befreundeter Swissair Pilot von geheimnisvollen Läden in London wo man Brausets kaufen konnte um Zuhause sein eigenes Bier zu brauen. Dies ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich wollte das unbedingt versuchen.
Es sollte aber noch eine ganze Weile dauern bis ich mich wieder mit diesem Thema befassen konnte. Im Sommer 2002 zog ich nach Buttwil und im darauffolgenden Jahr kaufte ich mir ein Brauset um endlich eigenes Bier brauen zu können. Gebraut wurde mit Malzextrakt aus der Dose und Trockenhefe. Das Gebräu war trinkbar, aber da musste doch noch mehr drinstecken.
Im selben Jahr lernte ich meine grosse Liebe kennen. Mein Schatz fand es spannend selber Bier zu brauen und hatte schon bald den Kochlöffel und die kleine Sudpfanne in Beschlag genommen. Wir studierten zusammen Fachliteratur und planten auf das Maischebrauen umzustellen. Das heisst, Bier herzustellen aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Ein Einmachtopf wurde angeschafft und die Kühlbox wurde zum Läuterbottich umgebaut.
Nun folgte Sud auf Sud. Unzählige Rezepte wurden ausprobiert, verfeinert und für gut befunden. Fachliteratur wurde studiert und das Internet nach Informationen durchforstet.
Natürlich musste das Bier auch degustiert werden und unsere Freunde waren so begeistert davon, dass der Lagerkühlschrank laufend nachgefüllt werden musste.
Mit den nun verfügbaren Brauutensilien waren wir in der Lage 20 ltr. Bier pro Sud herzustellen. Ein Sud dauerte, vom schroten des Malzes bis zum Ansetzen der Hefe, ca. 6-7 Stunden. Nun tauchte der Wunsch auf, in der selben Zeit mehr Bier herzustellen. Diverse Probleme mussten bei diesem Vorhaben gelöst werden. Eine grössere Sudpfanne musste her. Mehr Enrgie zum Kochen wurde benötigt. Wie sollte die Würze transportiert werden? Und woher die Kälte nehmen um das fertige Bier zu lagern?
Hier kam uns die Käsereigenossenschaft Buttwil entgegen. Wir konnten uns in den Kellerräumen der ehemaligen Käserei einmieten und den Kühlraum mitbenutzen. Mit so grosszügig ausgestattenen Möglichkeiten reifte in uns der Entschluss, eine kleine Brauerei zu gründen und unser Produkt der breiten Öffentlichkeit anzubieten.
Mit einer 70 lt. Sudpfanne ging es nun weiter. Die Brauerei wurde in die Waschküche verlegt. Wir konnten nun mit einem Sud ca. 50lt. fertiges Bier produzieren.
Vergoren wurde in diesen Kunststofffässern zuhause im Keller. Dann wurde grün geschlaucht in 50 ltr. Stahltanks.
Gespundet wurde mit dieser Reihenspundanlage.
Das Kaltlager wurde im alten Käsekeller der Käserei eingerichtet. Wir haben teilweise jeden Tag in der Woche gebraut um das Lager aufzufüllen.
Abgefüllt wurde mit diesem Einstellenfüller. Das war schon ein Stück Arbeit. Ein 50 lt. Fass ergab immerhin so gegen 80 bis 90 Flaschen her.

So ging es weiter

Anfangs November 2006
Verhandlungen mit der Käsereigenossenschaft zur Übernahme der Fabrikationsräume in der alten Käserei in Buttwil.
 
Mitte November 2006
Besuch der grössten europäischen Messe der Getränkeindustrie in Nürnberg zwecks Einkauf einer grossen Brauanlage.
Ende November 2006
Besuch bei der Firma LABU in Ottensheim (Linz, Österreich) Nach einem überaus interessanten Brautag bei Thor-Bräu in Ottensheim waren wir von der gezeigten Anlage überzeugt und unterzeichneten den Kaufvertrag.
  18. Dezember 2006
Gründung der Firma Lindenbergbräu GmbH mit Sitz in Buttwil.
Januar, Februar 2007
Ausbau der Käsereianlagen und Bereitstellung der Räume in der alten Käserei.
März 2007
Anlieferung, Einbau der Brauanlagen und Produktionsaufnahme mit einer Kapazität von 600l pro Sud.
Samstag 19. Mai 2007
Offizielle Eröffnung der Brauerei mit einem Fest!
Anfang Oktober 2012
Umzug der ganzen Brauerei innerhalb von 2 Tagen nach Beinwil Freiamt in die dortige ehemalige Käserei. Tag der offenen Tür am 20. Oktober 2012. Wegen verschmutztem Trinkwasser konnte erst am 25. Oktober 2012 das erste mal gebraut werden.